
Über 1100 Jahre reichbewegte Geschichte der kleinen Stadt im oberen
Pegnitztal
Velden (Veldtuna zu den Feldern, mitten im Waldgebiet)
ist als Forsthof inmitten großer Waldgebiete entstanden und der urkundlich am
frühesten erwähnte Ort des gesamten östlichen Nürnberger Umlandes. Am 1. Mai
889 stellte Kaiser Arnulf von Kärnten zu Velden am Pegnitzflusse eine
Urkunde aus, wodurch er seinem Vasallen Perchtolf fünf Huben zu Farchhausen und
Gotteshausen verlieh.
Die Pfarrei Velden geht auf eine Missionskirche der Eichstätter
Bischöfe zurück, 912 wird dem Bischof Erchanbald von Eichstätt das
Besitzrecht an der wohl erst kurz vorher errichteten Kirche von König Konrad I.
bestätigt. 1009 schenkt König Heinrich den Forsthof Velden dem Bischof von
Bamberg. Mit der Zeit kam Velden in den Besitz der Bamberger Hochstiftsvögte.
Die Bischöfe von Bamberg errichteten sich in dem ihnen verbliebenen Restbesitz
ein Neues Haus, die Burg Veldenstein.
Vorübergehend zählte Velden zu den neuböhmischen
Besitzungen Kaiser Karls IV., der Velden als Sitz eines Amtes 1376 das
Stadtrecht verlieh. Wirtschaftlich waren die Veldener im 15. Jahrhundert
weitgehend auf sich selbst angewiesen. Da Velden nicht an einer großen europäischen
Durchgangsstraße lag, gab es hier keine Großkaufleute, die den Fernhandel
betrieben, durch den allein offenbar damals Vermögen gewonnen werden konnte.
Hier mußte der Markt genügen, das heißt der Verkehr mit der ländlichen
Umgebung. Die erste urkundliche Erwähnung Veldens als Markt geht auf das Jahr
1275 zurück. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erhielt die bis dahin pfälzische
Stadt Velden einen neuen Landesherrn, sie wurde dem Territorium der Reichsstadt
Nürnberg eingegliedert.
So blieb es, bis 1806 die Reichsstadt Nürnberg mit ihrem
ganzen Territorium dem Königreich Baiern einverleibt wurde. Die Kriege 1870/71
und 1914/18 forderten auch von den Veldenern blutige Opfer. Von einer großen
Katastrophe wurde der Ort in den letzten Tagen des 2.Weltkrieges betroffen.
Am 19. April 1945 wurden bei einem Luftangriff 53 Wohnhäuser
sowie zahlreiche Scheunen, Stall- und Nebengebäude zerstört. In den erhalten
gebliebenen Wohnungen mussten nicht nur die obdachlos gewordenen Veldener,
sondern darüber hinaus 250 Flüchtlinge und etwa 150 Evakuierte aus Nürnberg
aufgenommen werden.
Die Stadt war in eine trostlose Lage geraten, die sogar
Zweifel am Fortbestand des Ortes aufkommen ließ. Doch zäher Aufbauwille und
ungebrochener Bürgerfleiß haben den Wiederaufbau in wenigen Jahren geschafft. Nach
schwerer Aufbauarbeit in der Nachkriegszeit und Schaffung der nötigsten
Einrichtungen wurde die Gemeindestruktur Zug um Zug verbessert.
Mit Erledigung der wichtigsten Pflichtaufgaben Bau der
Kanalisation und Kläranlage sowie Sicherung der Wasserversorgung in den 80er
Jahren haben Bürgermeister und Stadtrat alle Voraussetzungen für eine
gesunde Weiterentwicklung der Gemeinde geschaffen. Durch die 1986 begonnene
Stadtsanierung und Ausweisung von Gewerbe- und Wohnbaugebieten wurden
zukunftsorientierte Ziele abgesteckt.
Öffentliche Einrichtungen wie neuzeitlicher viergruppiger
Kindergarten, modern ausgestattete Hauptschule mit Turnhalle und Hallenbad sowie
Dienstleister im Gesundheits- und Sozialbereich zwei Allgemeinärzte,
Zahnarzt, Apotheke, Heilkundezentrum, Diakoniestation und zentrale
ASB-Rettungswache bieten die Grundlage eines funktionierenden Gemeinwesens.
In sportlicher und kultureller Hinsicht wirken viele örtliche Vereine und
Hilfsorganisationen vorbildlich.
Die Stadtkapelle hat sich durch hervorragende Leistungen
einen guten Ruf verschafft und
den Namen Veldens weit über die engeren Grenzen hinaus bekannt gemacht.
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